Karosserietuning
Wer nicht nur ein Auto haben will, sondern etwas ganz Besonderes, der tunt sein Auto. Das Wort “tuning” ist ein englisches Verb und bedeutet übersetzt “einstellen” und “fein abstimmen” im technischen Sinne. Genauso, wie man zum Beispiel einen Radiosender einstellt aber auch eine Maschine, damit sie optimal rund läuft und die beste Leistung bringt. Ursprünglich in der Hauptsache auf den Motor eines Autos bezogen, werden heute auch das Fahrwerk, der Innenraum und sogar die Beleuchtung eines Fahrzeugs getunt. Ein bedeutender Teil, eine Riesenindustrie und natürlich nicht zuletzt ein großer Spaß ist das Karosserietuning. Es beinhaltet Erweiterungen und Anbauten sowie Veränderungen an der Karosserie des serienmäßigen Modells eines Fahrzeugs und ist damit das optisch auffälligste und effektvollste Tuning überhaupt.
Ein Karosserietuning kann man an jedem Fahrzeug vornehmen. Jedoch sind einige Automarken und -modelle bei Tunern besonders beliebt und dementsprechend gibt es hierfür auch mehr Teile.
Rückblick
Gestartet ist die Erfolgsgeschichte des Karosserietunings in den späten fünfziger Jahren. Das erste Teil, hergestellt von der Firma Kamei, war ein Frontspoiler für das Volksauto der Deutschen, den VW Käfer. Genannt “Tiefensteuer” sollte der Spoiler den Anpressdruck der Vorderachse erhöhen und damit eine höhere Geschwindigkeit des frontgetriebenen Käfers ermöglichen. Die Blütezeit des Tuning kam aber erst in den siebziger und achtziger Jahren auf. An- und Umbauteile in allen erdenklichen Farben und Formen kamen auf den bald umkämpften Markt. Übertrieb es jemand mit dem Austausch der Originalbauteile gegen die leichten Glasfaserkunststoff-Bauteile, musste er sich schon mal die Bezeichnung “GFK-Bomber” für sein Fahrzeug gefallen lassen. Das schon bald populär werdende Showtuning erlaubte jedoch auch Extremumbauten, mit denen die Abmessungen und das Aussehen eines Autos stark verändert werden konnten. Straßentauglich waren die Gefährte dann allerdings nur noch selten. Das übliche Karosserietuning meint bauliche Veränderungen an der Fahrzeugkarosserie vom Spoiler bis hin zur kompletten Veränderung. Diese ist auch in sogenannten Kits, also Bausätzen, für bestimmte Modelle auf dem Markt. Unterschieden wird zwischen kosmetischen und technischen Umbauten, wobei erstere sich nur auf die Optik beziehen, letztere die Aerodynamik und die Fahreigenschaften besonders beeinflussen und verbessern.
Effektvolle Umbauten
Ein Beispiel für Extremumbauten ist zum Beispiel der Einbau von Flügel- oder Scherentüren. Karosserietuning soll in erster Linie den Fahreigenschaften dienen, doch die Effekte für die Optik gehen damit unvermeidlich einher. Bestes Beispiel ist das Chanelling, besser bekannt als Tieferlegen, das die Karosserie absenkt. Dafür wird ein “Kanal”, eine Vertiefung (daher Chanelling), in die Unterseite der Karosserie geschweißt. So werden die aerodynamischen Werte des Fahrzeugs verbessert, die an ein geducktes Raubtier erinnernde Optik wird aber von jedem Tuner sicherlich gern “in Kauf genommen”. Auch Chopping oder Sectioning dienen der Verringerung der Fahrzeughöhe – dabei wird einfach an anderen Karosserieteilen angesetzt. Um eine fast ausschließlich optische Wirkung bemüht sich dagegen das Cleaning. Dabei wird das Auto von allem “gesäubert” und befreit, was nicht unbedingt an die Karosserie gehört. So werden Abdeckungen, Zierleisten oder Schriftzüge und Emblems entfernt und die entstandenen Löcher sorgfältig zugespachtelt und überlackiert. So bleibt nicht nur die Identität des Fahrzeuges im Dunklen, sondern der Tuner erzielt gleichzeitig einen tollen Überraschungseffekt, wenn er mit seinem unauffälligen Gefährt und einem dafür umso leistungsstärkeren Motor an der Ampel durchstartet.